Schnelles Surfen trotz alter Leitungen? Vectoring – der Turbo fürs Internet

26. August 2016

Neuigkeiten > Blog


Glasfaserkabel

Im Zuge der steigenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen wird schnelles Internet nicht nur für Firmen, sondern auch für Privathaushalte immer wichtiger. Ob Foto-Uploads, Musik-Streaming oder Daten-Synchronisation in der Cloud – wenn das Internet schwächelt, hört für viele der Spaß auf. Doch obwohl der Anteil der Breitbandnutzer stetig steigt und zuletzt immerhin bei zirka 60 Prozent lag, gehören vor allem im ländlichen Bereich langsame Datenverbindungen und häufige Ausfälle oft noch zum Alltag. Grund dafür sind in der Regel Kupferkabel. Deren elektromagnetische Felder machen dem Highspeed-Internet einen Strich durch die Rechnung – und sorgen für geringe Übertragungsraten. Abhilfe verspricht das so genannte Vectoring. Es erhöht die Leistungsfähigkeit der Kupferkabel und wirkt Unterbrechungen so effektiv entgegen.

Kupferkabel bremsen Highspeed-Internet aus

Kupferkabel sollten einst das Telefonieren ermöglichen. Vom Internet hat damals – vor mehr als 100 Jahren – noch niemand geträumt. Dementsprechend gering ist die Übertragungsrate der Leitungen. Was aber noch viel schwerer wiegt, sind die elektromagnetischen Störungen der Leitungen. Sie behindern den Datenfluss nachhaltig – zum Leidwesen der Nutzer. Doch Bund und Länder investieren seit Jahren fleißig in den Breitbandausbau. Glasfaserkabel sind hier das Mittel der Wahl. Sie garantieren das so genannte VDSL – Very High Speed Digital Subscriber Line. Und dennoch schwächelt das Internet, vor allem abseits der Ballungszentren. Warum?

Surfen mit doppelter Geschwindigkeit

Über Glasfaserkabel sind die Daten mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Allerdings häufig nur bis zum örtlichen Verteilerkasten. Dort werden sie aufgrund der Anschlussleitungen – aus Kupfer – jäh abgebremst. Denn bei Glasfaserleitungen unterscheidet man zwischen der Verlegung bis ins Wohnzimmer, bis in den Keller oder bis zum Bordstein. Letzteres ist vor allem in den Landkreisen noch die Regel. In der Praxis heißt das: Je weiter der Weg vom grauen Kasten bis zum heimischen Anschluss, desto geringer ist die Übertragungsrate.
Vectoring soll diese letzten Meter bis zum Verbraucher überbrücken und elektromagnetische Störungen ausschalten. So profitieren Internetnutzer künftig auch ohne direkte Glasfaseranbindung von einem doppelt so schnellen Surferlebnis. Bis zu 100 Mbit/s sind dank Vectoring möglich, auch wenn sich der nächste Verteilerkasten bis zu einem Kilometer entfernt befindet – was gerade überregional keine Seltenheit ist.

Vectoring gleicht Defizite aus

Doch warum werden Glasfaserkabel nicht einfach bis zur Wohnung verlegt? Das ist in erster Linie eine Frage des Geldes, denn Glasfasern sind vergleichsweise teuer, werden sie direkt bis an die Haustür verlegt. Dennoch punkten sie durch eine dünnere Erscheinung und vor allem hohe Übertragungsraten, die für datenintensive Anwendungen sehr gut geeignet sind. Beim Aufbau einer generellen Infrastruktur mit Kabeln bis in die Verteilerkästen ist Glasfaser eine relativ günstige Technologie.
Auch die Telefonie profitiert von Glasfaser, werden hier Anrufe doch mittels Voice over IP (VoIP) übertragen und profitieren von exzellenter Sprachqualität. Sollte es einmal zu einem Ausfall des Glasfasernetzes kommen, wäre in diesem Fall neben dem Internet allerdings auch der Telefonanschluss betroffen. Aber keine Sorge, Glasfaser zählen zu den zuverlässigsten Übertragungsmedien.
Die großen Vorteile von Vectoring bestehen nun darin, dass es die bewährten Kupferkabel erhält und ihre Defizite ausgleicht – und zwar – verglichen mit dem Glasfaser – zum kleinen Preis. Der Anbieter muss dafür „lediglich“ Änderungen am lokalen Verteilerkasten vornehmen, die Verbraucher bleiben von externen Eingriffen verschont.
Vereinfacht gesagt werden mit dieser Technik die bestehenden Kupferkabel aufgewertet, so dass am Ende auch hier eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabits pro Sekunde erreicht werden soll.